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Freitag, 16. Oktober 2015

Nationalstaatliche Bruchlinien in Europa

Prof. Dr. Shlomo Avineri der Hebräischen Universität von Jerusalem wirft in seinem mit "Diese Staaten brechen zusammen" getitelten Interview in der Zeitung DiePresse vom 14. Oktober 2015 und seinen Publikationen ein existentielles Thema auf, das brisanter nicht sein könnte. Die Rede ist von der Aufrechterhaltung von Nationalstaaten und deren innerem Zusammenhalt.

Nach meiner systemischen Strukturanalyse sind die Kräfte, die einen Nationalstaat zusammenhalten, in ihrer Kohäsionskraft absteigend folgender Art:
  1. ethnisch,
  2. sprachlich,
  3. religiös,
  4. historisch,
  5. politisch
Die Kräfte, die den Nationalstaat sprengen können, ergeben sich daraus, wenn zu einem historisch-politischen Zusammenschluss mit Zwangscharakter, welcher von manchen schon vergessen wurde, das ethnische, sprachliche, religiöse Kriterium den politisch-historischen Mächten über längere Zeit untergeordnet wurde. Dieses kulturelle Anderssein wird besonders bei schlechter Wirtschaftslage sichtbar und verschärft die Abspaltungstendenz und das ethnische Souveränitätsbedürfnis gewisser Regionen.

Inhomogene Nationalstaaten und deren zu enge politische Konzeption, die von der herrschenden Ethnie bestimmt ist, verweigern den anderen Ethnien Entwicklungsmöglichkeiten auf ihrem Territorium und stellen stattdessen die Interessen und die Dominanz der meist größten Ethnie über die Interessen der anderen und setzen sie durch. So wird das Konfliktpotential und die Brüchigkeit des nationalstaatlichen Zusammenhalts sichtbar, besonders dann, wenn als Alternative einer neuen Freiheit die übergeordnete Mitgliedschaft in einem vereinten Europa möglich und attraktiv erscheint und sich die ethnische Minderheit im Nationalstaat als nicht respektiert oder sogar unterdrückt erlebt. 

Beispiele für bereits vollzogene Abspaltungen bzw. Auflösungen von Nationalstaaten in Europa:
  • Der blutige Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens in zahlreiche Nachfolgestaaten.
  • Die friedliche Auflösung der Tschechoslowakei in die Nationalstaaten Republik Tschechien und Slowakei.
  • Ganz zu schweigen vom Zerfall der österreichisch-ungarischen Donaumonarchie in viele Nachfolgestaaten vor fast einhundert Jahren.
  • Die Neuordnung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg fällt ebenfalls darunter.
Länder, die derzeit einen nationalstaatlichen Zerfallsprozess zeitigen, jedoch diesen noch vor sich haben, sind:
  • Spanien: Die Madrider Zentralregierung, weigert sich aus politischen, historischen und wirtschaftlichen Gründen das wirtschaftlich starke Katalonien aus dem spanischen Nationalstaat zu entlassen und damit einen erheblichen Teil seines Territoriums zu verlieren und damit Wirtschaftskraft einzubüßen. Die Souveränitätsbestrebungen der Basken zeigen eine weitere Bruchlinie auf.
  • Vereinigtes Königreich und Nordirland: Nachdem die Republik Irland Anfang der 1920er seine nationalstaatliche Souveränität vom Vereinten Königreich blutig errungen hatte, blieb Nordirland als offene Wunde zurück. Zwischen der IRA und der Britischen Zentralregierung, zwischen Katholizismus und Protestantismus im tief gespaltenen Nordirland, schwelte ein Jahrzehnte andauernder blutiger Konflikt um Unabhängigkeit großer Teile der katholischen Bevölkerung Nordirlands vom anglikanisch dominierten Vereinigten Königreich.
  • Das bis zur Eingliederung in das Vereinigte Königreich katholische Schottland (Mary Stewarts) ist ebenfalls um Unabhängigkeit von dem von den Engländern dominierten Parliament of the United Kingdom bemüht und arbeitet seit Jahren an immer größerer Souveränität bis hin zu einem für 2016 geplanten erneuten Referendum zur vollständigen Unabhängigkeit.
  • Die Ukraine ist nach Prof. Avineri ebenfalls als inhomogenes politisches Konstrukt zu sehen und als Nationalstaat nicht ohne permanente große Konflikte aufrechtzuerhalten. Sie ist sprachlich in Russisch im Osten und Ukrainisch im Westen sowie historisch und kulturell in Altösterreichisch und Russisch unterteilt.
Folgt man dieser Strukturanalyse zur Destabilisierung von Nationalstaaten, so war etwa Italien nach den Bombenanschlägen der 1960er Jahre sehr gut beraten, mit Österreich für Südtirol ein Autonomieabkommen zu schließen. Dies kann als erster Schritt zu Deeskalation von innerstaatlichen Konflikten auch in anderen Krisenregionen als Möglichkeit zur Aussöhnung in Betracht gezogen werden.
Wenn der Konflikt zu weit fortgeschritten ist, kann ein Autonomiemodell diese Befriedung nicht mehr leisten, da die beteiligte nach Unabhängigkeit strebende Ethnie den Point-of-No-Return überschritten hat, und ein Verbleib als eventuelle autonome Region im gemeinsamen Nationalstaat ihr als inakzeptabel erscheint.

Einen Verstoß gegen die Erkenntnisse der hier dargelegten Analyse über den Zusammenhalt eines Nationalstaats stellt der Nationalstaat Bosnien-Herzegowina dar, ein langfristig zum Stillstand und Untergang verurteiltes Modell. So hat sich nach Beendigung des blutigen Jugoslawien-Krieges eine amerikanische Regierung in weitgehender Unkenntnis der Vor-Ort-Situation jedoch in Verbindung mit schöngeistigen europäischen PolitikerInnen - und in der imperialistischen Tradition von Großmächten der künstlichen Schaffung und Grenzziehung von Staaten - wider besseren Wissens zu einer aufoktroyierten "Lösung" hinreißen lassen. Durch den irrationalen jedoch politisch-opportunen Zusammenschluss der drei vormaligen Kriegsparteien (Serbisch-orthodoxe Serben, Römisch-Katholische Kroaten, Muslimische Bosnier) zu einem Nationalstaat wurden demgemäß perfekte Voraussetzungen geschaffen für die gegenwärtige wirtschaftlich und sozial desaströse Lage in Bosnien-Herzegowina, die mittels großzügiger finanzieller Zuwendung seitens der Europäischen Union und anderer Finanzorganisationen bis heute künstlich aufrecht erhalten wird.

Das Modell der Vereinigten Staaten von Amerika, welches als Nationalstaat am ehesten einem Vereinigten Staaten von Europa als Nationalstaat entspricht, wird gerne als beliebtes Gegenargument für die Möglichkeit eines multiethnischen Nationalstaates, also eines auf verschiedene Ethnien basierenden gelungenen Nationalstaates, genannt. Bei näherer systemischer Strukturanalyse der USA zeigen sich in den USA nach wie vor sehr große Bruchlinien zwischen den einzelnen Bundesstaaten, die nicht zuletzt auf die historische Entwicklung der USA zurückgehen. Etwa die von den Nordstaaten wegen der Sklaverei unterworfenen Südstaaten sowie die immer wieder durch Rassenunruhen erschütterten Regionen innerhalb des Schmelztiegels USA machen diese auch heute noch kulturell von einander unterscheidbar.

PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen sind gut beraten, diese systemische Strukturanalyse im Auge zu behalten und Minderheiten im eigenen Staate besonderen gesetzlichen Schutz und Unterstützung zu gewährleisten, sie mittels auf die Kultur und Sprache der jeweiligen Minderheit eingehenden Bildungsprogrammen zu fördern und zu finanzieren und auch darauf zu achten, dass die VertreterInnen der Minderheiten auch ihrem Prozentsatz entsprechend Repräsentation in den Parlamenten, in der Verwaltung und in der Rechtsprechung erfahren, also in Legislative, Exekutive und Jurisprudenz.

Der Europäischen Union ist aus dieser Analyse nach zu raten den eigene politische Oberbau bzw. die rechtliche Herrschaftsstruktur, die sie auf ihre bestehenden und potentiellen Mitgliedstaaten ausübt, nicht so eng zu fassen, dass ein einzelner Staat in die Verlegenheit kommt sich nicht mehr in seiner Freiheit im Rahmen der Europäischen Menschenrechte weiterentwickeln zu können. Somit sind die Europäische Menschenrechtskonvention, wie auch ihre Weiterentwicklung in den Grundrechten Deutschlands und der Verfassung Österreichs, und die darin definierten Freiheitsgrade für das Leben des Einzelnen in der Gesellschaft, als oberstes Prinzip anzusehen und anzuwenden.

Mit Blick auf die politische Landkarte im Nahen Osten und vor dem Hintergrund der historischen nationalstaatlichen Grenzziehung durch die imperialistische Mächte ist angesichts des Arabischen Frühlings und seiner Soziodynamik in den jeweiligen Staaten des Nahen Ostens die Aufrechterhaltung bzw. Fortführung der Nationalstaaten in den alten Grenzen in ihrer derzeitigen Form nicht mehr zu rechnen, sondern es werden, um stabile Verhältnisse herstellen zu können, neue, von den Betroffenen selbst als natürlich empfundene Grenzen um Religions- und Stammeszugehörigkeiten (Schiiten, Sunniten, Aleviten, Christen, Drusen etc.) und Ethnien wie Kurden, Araber und Berber gezogen werden.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Philosoph und Systemischer Analyst

Freitag, 3. Juli 2015

The White House

One of the most underestimated phenomena of human existence is language itself. Many people think that the language they use doesn't really matter. On the contrary: Language does matter, according to the renowned Austrian philosopher of language Ludwig Wittgenstein, or for the American audience, the American philosophers of language John Searle and Steven Pinker, just to name a few. The language we use exposes much of our underlying thinking structures.

Now there is my take on this issue: From my language and cultural philosopher's standpoint I have to argue, that black people have been oppressed by the white race for centuries in different parts of the world, not only in America. But analyzing America and American history it becomes obvious, that even though this time round African Americans won America's 'race race' - as I want to put it - through a sitting African American president for the very first time, I really find it discriminating against African Americans that the office of President Barack Obama as African American is still called 'The White House'.

What a stark contrast and grotesque symbol of a still existing chauvinist and deep-rooted racist structure from the past, a sign of a living anachronism in Washington D.C., America's political nexus! It must be part of America's 'cultural WHITE spot' to still call their most influential and powerful house 'The White House'! It seems as the white color the founding fathers chose for the exterior of the house reflected the power structures of America in that time and age. But nowadays it seems more than anachronistic to still keep the name and call it 'The White House' and refer to tradition as an opportune excuse.

So in order not to be in the situation of having to rename 'The White House' with every new president every some years, I plead for renaming 'The White House' with respect to reflecting about America's society as a whole and through the renaming to respect and represent all colors living in America. My suggestions for the new name of 'The White House' are therefore: 'The Colored House', 'The House of Colors', 'The House of All Colors', or simply 'The President's House'.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Sonntag, 26. April 2015

Der Wolf heult und die Herde rückt zitternd zusammen

Es zählt zu einem perfiden und oft vollführten Schachzug von Regierungen gerade rechtzeitig kurz vor Wahlen, diffuse Terrorwarnungen auszusprechen, den Terrorlevel anzuheben, oder gar Terroranschläge, die zeitlich kurz vor Wahlen durchgeführt werden, gezielt nicht zu verhindern, um die Menschen bewusst in Angst zu versetzen und sich bei den anstehenden Wahlen ihre Stimmen zu sichern.

Viel öfter als linke Regierungen wenden insbesondere rechte und konservative Regierungen diese Strategie des politischen Angstschürens (fear mongering) an, da sie der Angst und der militärischen Gewalt traditionell näher sind, und auch neben der Wirtschaft das Militär als wichtige Stütze des Staates sehen.

Solange in den kritischen Medien Ideologiekritik nicht ausreichend zu Wort kommt, um diese immer wiederkehrenden gezielt eingesetzten politischen Mechanismen von Verschleierungs- bzw. Ablenkungsideologien (Kurt Lenk) aufzudecken, werden auch weiterhin die WählerInnen, wenn sie im entscheidenden Moment den Wolf heulen hören, von dem sie nicht wissen, dass er bloß im Auftrag ihrer eigenen Regierung heult und sie bedroht, in dieser bewusst provozierten Gefahrensituation als Herde brav zusammenrücken und bei den Wahlen ihre wehrhafte Regierung weiter im Amt belassen oder sie ins Amt heben und hoffen, dass ihre Regierung sie vor dem Wolf schützt.

Wenn nun die Gefahr nicht von terroristischer oder militärischer, sondern von wirtschaftlicher Seite kommt, ist eine ähnliche WählerInnenpräferenz zu beobachten. Befindet sich das jeweilige Land in einer wirtschaftlich schwierigen Lage, wählen die besorgt-verängstigten WählerInnen bevorzugt die größte konservative Partei, wegen ihrer von den WählerInnen zugeschriebenen Wirtschaftkompetenz, in die Regierung.

Wenn der Wolf heult, rückt die Herde schnell zusammen. Diesen Mechanismus, diesen WählerInnenreflex, kennen Regierungen sehr gut und machen sich ihn zu nutze. So habe ich die Sorge, dass in den kommenden Tagen, also bis zum 7. Mai 2015, an dem die Parlamentswahlen in Großbritannien ins Haus stehen, das oben beschriebene Szenario zum Einsatz kommen könnte. Denn die Chancen für die Konservativen aus den Wahlen gegen Labour siegreich hervorzugehen stehen laut letzten Umfragewerten schlecht. Die Labour Party liegt mit 2% vor den Konservativen, wenn man den letzten Umfrageergebnissen Glauben schenkt.

Wen würde es also wundern, wenn die konservativen Tories nun diesen oben beschriebenen politischen Schachzug anwendeten und die Ängste der Menschen manipulativ verstärkten, die bei Gefahr stets den Konservativen die größere Sicherheits- und Militärkompetenz zutrauen und ihnen als WählerInnen in dieser Ausnahmesituation ängstlich in Scharen zuliefen. Hier gilt es auch das WählerInnenpotential der verunsicherten und durch ein Bedrohungsszenario wiederaktivierten NichtwählerInnen, das der WechselwählerInnen sowie jener alarmierten WählerInnen, die sonst in Friedenszeiten andere Parteien wählen würden, jedoch nun im Ausnahmezustand im sicheren Hafen der Tories Zuflucht suchen, nicht zu unterschätzen.

Diese Strategie wurde erst vor kurzem angewandt und hat wie am Schnürchen geklappt, als ein paar Tage vor dem Wahltag am 18. September 2014 über das Referendum zur Unabhängigkeit und somit zur Abspaltung Schottlands von Großbritannien - oh Wunder - die Terrorstufe des terroristischen Bedrohungspotentials für Großbritannien und damit auch für Schottland rechtzeitig und zeitgerecht durch Number 10 Downing Street angehoben wurde.

Die Rechnung ging für die regierende konservative Partei auf und die vor der Terrorwarnung existierende Mehrheit für eine Abspaltung Schottlands von Großbritannien ging noch kurz vor dem Wahltag verloren und Schottland verblieb somit in der Union mit England, Wales und Nordirland.

So bleibt nur zu hoffen, dass, weil viele internationale Beobachter davon wissen, diesmal die Parlamentswahlen in Großbritannien am 7. Mai 2015 nicht wieder durch eine rechtzeitig platzierte Terrorwarnung und eine Anhebung der Terrorstufe für Großbritannien in den Tagen vor dem Wahltag, lanciert von Nummer 10 Downing Street, überschattet werden, oder es gar zu einem schlimmeren Szenario, inszeniert durch den MI5, kommt, um zeitgerecht für den 7. Mai 2015 die nötigen zusätzlichen WählerInnen für die Tories zu mobilisieren und diese nur dadurch den Wahlsieg davontragen.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Philosoph und Systemischer Analyst

Montag, 12. Januar 2015

Der asoziale Klassenprimus

Übersetzt man die gegenwärtige geopolitische Situation Europas aufs Klassenzimmer, wird schnell klar, dass es jede Menge armer Schüler gibt, die sich die Markenklamotten und High-end Produkte nicht leisten können und bestenfalls neidvoll auf die Produkte der Cool Kids blicken.  

Auf der anderen Seite gibt es die reichen Kids, die in der Schule alles finanziell in der Hand haben und bei denen viele Schulden haben. Und der Anführer dieser Klicke von Cool Kids ist ein Schüler namens Deutschland. Er ist der beste seiner Klasse, zumindest ist er darum bemüht in allem der Beste zu sein. Und da sind wir nun: Aufgrund der über Jahre praktizierten anhaltenden negativen Außenhandelsbilanz Deutschlands innerhalb des Euroraums hat Deutschland die übrigen Länder Europas sukzessive finanziell ausbluten lassen.

So haben die armen Länder Europas über Jahre all die guten Produkte Deutschlands gekauft, ohne dass sie das Geld dafür wirklich hatten. Damit mehrten diese Länder den Reichtum Deutschlands, nicht direkt eines jeden deutschen Arbeitnehmers, aber den einer großen Zahl deutscher Unternehmen. Die Produkte waren auf Schuldenbasis gekauft. Und volkswirtschaftlich hätte es auch gut funktionieren können, wenn 'die Deutschen' - und damit meine ich im Besonderen einen Großteil deutscher Firmen - anstatt hauptsächlich den Shareholder Value zu bedienen, die eingenommenen Gelder auch wieder durch Investitionen und das Schaffen von Arbeitsplätzen für Einheimische in jene Schuldnerländer zurückfließen hätten lassen. Auch 'jeder Deutsche', der in diese Länder auf Urlaub fährt, brächte sein Geld über den Tourismus wieder in Europas Süden zurück, also in jene Länder, deren Bürger ihr Geld über zuvor aus Deutschland importierte Produkte ausgegeben haben. Diese Kreisläufe des wirtschaftlichen Gebens und Nehmens haben unter dem Stichwort 'ausgeglichene Außenhandelsbilanz' jahrelang gut funktioniert. Doch seit der Einführung des Euro glauben viele, das sei jetzt ein gemeinsamer Wirtschaftsraum und daher innerhalb des Euroraumes nicht mehr anzuwenden. Wenn es schon innerhalb Deutschlands nicht ohne Finanzausgleich der deutschen Ländern funktioniert und die reicheren Länder den ärmeren Ländern Geld geben, wie könnte das innerhalb der Länder der Eurozone ohne diesen Finanzausgleich funktionieren?

Doch durch den weltweiten Wirtschaftsliberalismus sind diese Kreisläufe obsolet geworden und es existieren keine ausgeglichenen Außenhandelsbilanzen mehr und viele Länder bleiben hoch verschuldet auf der Strecke.
Und Deutschland entschied sich über Jahre, seit der Einführung des Euros 2002, ganz im Sinne des wirtschaftsliberalen Denkens gegen ein langfristig vernünftiges Denken, und ließ die individuellen ausgewogenen Außenhandelsbilanzen besonders innerhalb der Eurozone im falschen Glauben, so etwas wäre nur zwischen unterschiedlichen Währungen notwendig, unberücksichtigt. So konzentrierte man sich ganz darauf, das Geld, den Euro, anderer Euro-Länder, über hochwertige Waren abzuschöpfen. 
Man muss sich also nicht wundern, wenn ganze Landstriche in Südeuropa verarmen, sich das Geld in Deutschland sammelt, die arbeitslosen Angry Young Men and Women dem Geldfluss folgen, nach Deutschland wandern und in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart versuchen einen Job zu finden, da sie in ihren eigenen südeuropäischen Ländern durch die ruinierte Wirtschaft auf Jahre hinaus keine Beschäftigung mehr finden. Und in diesen deutschen Städten treffen sie dann auf die osteuropäischen Wanderarbeiter und auf andere Flüchtlinge und Migranten aus anderen Regionen dieser Welt, sodass viele Deutsche jetzt Angst vor Überfremdung bekommen und sich in gewohnt beängstigender Manier der 1930er formieren und auf die Straße gehen.

Und nun, da die Wirtschaft dieser Länder am Boden liegt, können sie die Schulden an die ausländischen Banken nicht zurückzahlen. Man könnte nun diesen bei Deutschland hoch verschuldeten Ländern den Vorwurf machen, warum sie Deutschland auf den Leim gingen, indem sie die glitzernden und strahlenden deutschen Produkte Deutschland abkauften, wenn sie es sich doch ohnehin nicht leisten konnten. Sie hätten es also besser wissen müssen, sie hätten es besser wissen müssen als der gefinkelte durchstrukturierte Deutsche, der die beste aller Fallen ausgelegt hat. Sie hätten den Deutschen nicht in die Falle gehen dürfen. Doch sie konnten nicht widerstehen. Die Verführung war zu groß. Und die Falle schnappte zu.
Somit, wenn man jemandem den Vorwurf für das Ungleichgewicht machen möchte, dann dem, der es wegen seiner Überlegenheit wirklich besser hätte wissen müssen: Deutschland, der Fallensteller. 

Dem hochorganisierten und vergleichsweise am wenigsten korrupten Deutschland gilt es den Vorwurf zu machen. Warum haben die Entscheidungsträger in Deutschland in Wirtschaft und Politik es überhaupt soweit kommen lassen - wo war der hochgelobte Weisenrat - und haben Ländern Dinge über Schulden verkauft, die diese sich aller Voraussicht nach und allem guten Menschenverstand nach nicht leisten können und niemals zurückzahlen werden können. Doch solange man Schulden machen kann, ist das ja scheinbar kein Argument dagegen.
Gründe für dieses deutsche Fehlverhalten sind entweder blanke Dummheit, kurzsichtige Raffgier das Geld der Welt an- und abzusaugen, es dem Markt zu entziehen und auf deutschen Konten zu parken, oder aber es zeigt sich Deutschland wiedermal von seiner besten Seite, einer seiner Haupttugenden, seiner sozialen Inkompetenz, seinem Mangel an Einfühlungsvermögen.

Denn aus Sicht der Mehrheit der deutschen Entscheidungsträger darf dem Wettbewerb und der Wettbewerbsfähigkeit, also dem der deutschen Wirtschaft wesensimmanenten Konkurrenzgedanken, nichts und schon gar nicht kooperative Menschlichkeit und Weitsicht im Wege stehen. Das hat die deutsche Mentalität mit der amerikanischen gemeinsam.

Das eine ist, dass die Deutschen stolz auf ihre Produkte und ihre Qualitätsarbeit sein können dürfen, das andere ist jedoch, dass die deutsche öffentliche Meinung in den Schuldnerländern einfordert, sie mögen doch auch so produktiv sein wie sie selbst, was einer Verhöhnung ihrer Opfer gleichkommt, und zu allem Überfluss wird von der deutschen Öffentlichkeit dabei darauf vergessen, dass nicht jeder Europäer die 4. These Martin Luthers - die wahre Herzensbuße - den aufrichtigen lebenslangen Selbsthass - seit nun fast 500 Jahren mit der Muttermilch aufgenommen und verinnerlicht hat, was zu solch einer durchaus außergewöhnlichen deutschen Dauerhöchstleistung führt und führte, noch diesen puritanischen Selbsthass will.

Das alles macht Deutschland nicht nur zum reichsten, sondern allmählich auch zum einsamen kurzsichtigen Klassenprimus, dem es nicht an der Wettbewerbsfähigkeit mangelt, aber sicher an der Fähigkeit zur Weitsicht und zum sozialen Empfinden und dem Sinn für Gerechtigkeit und Balance. Es braucht daher eine neue Form des Wirtschaftens, fernab der klassischen Betriebswirtschaft, sodass die deutsche Staatenlenkung nicht nur durch betriebswirtschaftliche Sicht mit Mangel an systemischen Verständnis betrieben wird, sondern durch eine ausgewogene und die Bevölkerung in ihren Bildungshintergründen ganzheitlich repräsentierende Zusammenstellung, die Nachhaltigkeit und Kooperation auf Basis von systemisch nachhaltigen Kreisläufen in den Vordergrund stellt, und nicht nur wie in deutscher Öffentlichkeit heute noch weit verbreitet, dass der Beste sich auf Kosten der anderen durchsetzt.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Philosoph und Systemischer Analyst

Sonntag, 23. November 2014

The sovereign country of Kurdistan?

Kurds are not only fighting on the world's behalf against ISIS but they are also fighting to establish their own sovereign country along with this at the same time. The end result of all this Western backed Kurdish engagement against ISIS in the Middle East is crystal clear, a sovereign Kurdistan. This is what the Kurds are waiting for over many decades, this is what they are fighting for. This is what is at stake behind the scenes. The new borderline of the then newly established Kurdistan is not clear yet in its details, but many Kurds are convinced that it will include large parts of Northern Iraq and the bulk of Northern Syria as well as the suppressed Kurds in Eastern Turkey and in Western Iran. These are the regions where the Peshmerga shed their blood in the war against ISIS and where the Kurds used to settle for centuries. So the fight of the Kurdish people for their own sovereign country of Kurdistan is as intense as the fight of the Palestinians for their own sovereign country. The only significant difference between these two intheir fight for souvereignity might be that in the 1970ies the former prime minister (Bundeskanzler) of Austria Dr. Bruno Kreisky changed the status of the PLO, from a Jassir-Arafat-led international recognized terror group to a political party representing a more or less sovereign Palestinian state, officially recognized by Austria in giving the PLO an embassy in Vienna for this reason. This changes the political landscape for the Palestinians. And some countries followed this Austrian advance of recognizing the PLO as political party.
The in the eyes of the world listed as terrorist organisation marxist Kurdish PKK with its leader Abdullah Öcalan, imprisoned with a life-sentence by the Turkish court and seen by Kurds as living saint, has in its process of establishing their own sovereign country still not yet the luck to get the international support for changing its reputation and reaching its goal to be the proponent for a sovereign Kurdistan. If the Kurds would just live in Western Iran, it might be in the interest of the USA to destabilize Iran by supporting the Kurds in their effort to establish a sovereign Sunni Kurdistan on the territory of Shiite Iran. But since the majority of Kurds are living in Eastern Turkey the spark would jump over the borders and would result in a political firestorm out of control of the initiators. So the lack of Western support of a sovereign Kurdistan is because Turkey as a crucial partner in the NATO would be destabilized by these efforts losing the Kurdish parts in its East. So the territorial claim of a sovereign Kurdistan is affecting 4 countries (Turkey, Iran, Iraq, Syria) and would destabilize the whole region, where the Kurds used to live over centuries.
But nevertheless at the moment the Kurdish Peshmerga which are also the extension of the West in the region, getting more and more international sympathy and support in their fight against ISIS, the new bad guys, respectively terrorist group, which are out of control in its brutality against all of the people including the civilians.


So systemically it is necessary for stabilization of the whole region to recognize the Kurds in their decades-long effort for their own sovereign country. Otherwise the IS (Islamic State) in their brutality beyond imagination fill the power vacuum, and this cannot be in the interest of any civilized human being.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Running Against the Bastion...A Worldwide Change of Culture

The current standoff in Hong Kong is just the latest manifestation of a phenomenon most of us became very aware of in recent years. It is a standoff between an enraged youth and the old establishment happening around the world for several years now. In the Middle East it is known as Arab Spring. Whether it happens in the Middle East or in East Asia it is always the same pattern: On the one hand there is an authoritarian, corrupt, over-aged, male-dominated regime, just interested in staying in charge at any cost and to work just for their own benefit, suppressing all kinds of participation and democratization tendencies with brutal force. On the other hand, there is an upheaval of the legions of disenfranchised young together with supporting older generations who either are without job perspectives or not feeling politically represented in the current systems. 

So it is not just a clash of generations but also a clash of genders. The current crisis in Hong Kong shows it once again crystal clear: a legion of youngsters of mixed-gender representing the new age of participation, democratization, and civil society fighting for their human rights (and especially women's rights), storm against the bastion of old, male-dominated apparatchiks, in charge of everything relevant, suppressing the voice of the people and trample on human rights as they always did. Because the focus now lies on China I should use the term mandarins instead of apparatchiks. 

The momentum is about a change of culture from of authoritarian, oppressing, and competition-based systems relying on force and organized in male-dominated top-down structures into a system of participation, cooperation, equality and bottom-up structures with true democratization and representation as well as the respect of human rights. One can be reminded of the 1968 hippie social revolution and their engagements. Even American football, the holy grail of sports in America, weren't spared from this worldwide developments of growing sensitivity and awareness. What was irrelevant all the time, the public now becomes more and more aware of: the long-term damages to the human brain caused by countless concussions when playing American football. 

It is a perfect storm clashing on the old fascist structures, relying on force, control and strict hierarchy. Not a single area of society is spared. It is a worldwide change management process in the most holistic way one can imagine. It is a paradigm shift happening right now, and we are all right in the middle of it.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Head of the Institute for Systemic Stress Management

Samstag, 13. September 2014

On the domino effect of self-determination...Scotland and Catalonia

Many in the EU and especially those who hold powerful positions for years complain of an "EU-fatigue" or a fatigue among the citizens to participate in the political process, which is reflected in constantly declining voter turnout.

And now since there are aspirations for sovereignty resulting in the drawing of new borders in various regions within the EU, just think of the imminent referendum on the secession of Scotland from the United Kingdom, in which the Scots try to free themselves from the burden of having been forced into the union with London for more than 300 years, or think of this week's (9/11, 2014 ... note the fateful date for this event) in Barcelona, where peaceful protest for independence of Catalonia from Spain took place with 1.5 million demonstrators on the streets of Barcelona. These events make leaders and decision-makers within the EU worry, just as if they feared any tendencies to self-determination within their own countries, which could be stimulated because of the momentums in Scotland and Catalonia. Do the powerful fear the voice of the people?

My position is, to respect the wish of the people for self-determination and cultural identity represented in their government, as long as it is consistent with human rights, which is beyond dispute in the cases of Scotland and Catalonia in their strive for independence. A crystal clear Yes to an independent Scotland and an independent Catalonia, if there is a majority of people in each of their regions voting for independence.
Rather, it is to be regarded as highly problematic when, as in the case of the central government in Madrid, and their rejection of the referendum for independence of Catalonia from Spain scheduled for November 9, 2014. The desperate proclamation of the Spanish central government in Madrid, declaring the Catalonian referendum for independence for illegal, is seen to be highly anachronistic and just reflects Madrid's imperial claims for further dominance over the rest of Spain and in particular over the economic power house Catalonia.

On the contrary, it is only an expression of democracy that individual regions have the governments they want and which reflect them culturally, and that they do not have to accept the government as a foreign rule they have out of anachronistic reasons from any colonial heritage. My plea is crystal clear, and goes for the democratization and self-determination of the people and takes a stand against repressive foreign rule or archaic domination by governments which do not represent the majority population anymore.

Even if regions like Scotland or Catalonia, or others shown by the domino effect for self-determination within the EU, after their separation from their former countries they belonged to often in a long and hated forced marriage, don't decide to join the EU after they became independent, this is to respect by decision-makers in the EU, if they take the right of the majority population for self-determination seriously.

Each of these cultural entities within countries must be admitted to choose the government they want. However, it is regarded as probable that, given the geographical location of regions like Scotland and Catalonia within the European continent, these cultural units, if they don't aspire to apply for full EU membership they will have close economic and cultural ties with the remaining EU Member States. So, it's primarily all about drawing new lines (borders) within the EU or about to hold close ties with these regions like the EU has with the EU-EFTA collaboration with Switzerland and Norway.

When it comes to non-EU members, the EU seems to be far less squeamish, just think of the secession of Kosovo from the Republic of Serbia. The Kosovo emerged only by massive intervention by the EU and the USA, and so it could come to its rightful self-determination. A tendency becomes visible when it comes to the process of readjustment of the self-determination of the peoples that are under foreign rule, in the resolution of the multiethnic state of Austria-Hungary into its respective successor states and in the decolonization of many areas around the world from its colonial powers. When Czechoslovakia peacefully dissolved into the Czech Republic and in the Republic of Slovakia on the 1st of January 1993 this represents a role-model for a peaceful and successful separation process of two ethnicities and language groups.

Similarly to that, now also other ethnic groups located within the EU ask for their self-determination, which is, of course, to respect and to be hold in referendums for independent states, if that's the will of the people. Potentially, there are still many break-ups and detachments to come that go far beyond the EU, just think of that one third of the population of Turkey are Kurds. The Kurds, working for the foundation of their own soverain state since the beginning of the 20th century, are also living in Syria, Iraq and Iran. But the boundaries are in many places only a mirror of old and outdated power politics that are no longer tenable in the light of self-determination of the people. If one looks further beyond the borders of the EU, there are analog examples such as Chechnya, Transnistria, Palestine, Tibet or Kashmir, just to name few.

Within Europe, there is South Tyrol, which achieved at least through the efforts of Austria, a far-reaching autonomy status within Italy, after it was annexed by Italy after the First World War with the allowance of the Allies. Therefore there is no anticipated need for an independent state of South Tyrol, in the case of South Tyrol today. Another case is the Turkish part of Cyprus in the 1970s originated in a bloody separation war from Greek Cyprus under the auspices of Turkey which holds a protecting power.

A currently burning question is also the bloody ethnic conflict in the Ukraine. In the light of self-determination it is an actual question to which extend the regions within Ukraine with a majority of Russian speaking people also have the to be given the choice for self-determination, that means a status of autonomy within Ukraine, if not even an "Anschluss" to Russia. But in the light of Vladimir Putin's claim to support the self-determination of the Russian population in Ukraine, and to be seen as credible and not to use double standards, Putin would require a radical change of course in his attitude towards the self-determination of the Chechen population in the North Caucasus. This self-determination Putin denies to the Chechens with massive force, while he tries to enforce with heavy weaponry the ethnic self-determination for the Russian population in Ukraine, since the expected benefits of the new Russian land bridge between the Crimea and mainland Russia through the construction of a fragile bridge over the Sea of ​​Azov as a link from Russia to the Crimea seems Putin not to be enough. The blue print for the bloody take-over of territories with significant Russian populations was Putin's war in Georgia 2008 in which large parts of Georgia's territory were annexed by Russia. In any case, a violent intervention by foreign countries should be rejected because they lack a free political democratic process resulting in conducting referendums and accepting their results.

Ergo, it should be pointed out that any ethnicities integrated into another country represents a special case, and needs to be respected and represented by its country they live in and need to be given the right to choose to express their feeling of being part or not to be part of the country they live in, what can be dissolved, in giving them an autonomy status within the countries they live in or they choose to establish their own soverain country based on their cultural identity or they join a neighboring country they feel affiliated to.


Because only the process of unleashing the people from an unwanted community and this freeing of previously bound energy, results in new potentials for dynamics in economic and cultural developments for the given country. And thereof any necessary political collective relaxation emerges which the region needs for its economic development. These political relaxation processes are bottom-up and follow a different logic than top-down processes of political decision-makers who try in vain for decades to maintain traditional power structures by top-down measures. Here it would be appropriate by the policy makers to pay attention to bottom-up processes of cultural identity and to support them and to respect as much as they can, to build self-determination as well as passion for politics, even if it thereby results in new borders. The potential released from this stress decreasing processes turns into the benefit for all people in the end. All these processes of finding ethnic identities and new forms of political sovereignties are simpler within the EU, which gives these specific regions the option to reorganize themselves in new states and staying under the democratic and economic shelter of the EU at the same time.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Head of the Institute for Systemic Stress Management

Donnerstag, 11. September 2014

Über den Dominoeffekt der Selbstbestimmung...Schottland und Katalonien

Viele in der EU und gerade die, die mächtige Positionen bekleiden, beklagen seit Jahren eine "EU-Müdigkeit" bzw. eine Müdigkeit bei den BürgerInnen sich am politischen Prozess zu beteiligen, was sich in seit langem sinkender Wahlbeteiligung zeigt.

Und nun, da sich in diversen Regionen innerhalb der EU der Wunsch der Bevölkerung nach Souveränität und einer neue Grenzziehung regt, man denke etwa an das kurz bevorstehende Referendum zur Loslösung Schottlands vom Vereinigten Königreich, womit sich die SchottInnen aus einer über 300 Jahre währenden Zwangsehe mit London versuchen zu lösen, oder etwa an den heute (11. September 2014...man beachte das schicksalsträchtige Datum für diese Veranstaltung) in Barcelona stattgefundenen friedlichen Protest für die Loslösung Kataloniens von Spanien, an dem 1,5 Millionen Menschen teilnahmen, zeigen sich die führenden PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen in der EU beunruhigt, gleich als wenn sie etwaige Selbstbestimmungstendenzen innerhalb ihres eigenen Landes fürchteten, die sich dadurch angeregt ergeben könnten. Ist es die Sorge der Mächtigen vor der Stimme des Volkes?

Meine Position dazu ist, den auf Selbstbestimmung und kultureller Identität beruhenden Wille der Mehrheitsbevölkerung zu respektieren, solange er im Einklang mit den Menschenrechten steht, was in den gegebenen Fällen des Strebens nach Unabhängigkeit außer Streit steht. Vielmehr ist es als höchst problematisch anzusehen, wenn wie im Falle der Zentralregierung in Madrid das für 9. November 2014 anberaumte Referendum zur Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien, aufgrund anachronistischer Dominanzansprüche Madrids von der spanischen Regierung als illegal bezeichnet wird.

Ganz im Gegenteil ist es nur ein Ausdruck der Demokratisierung, dass die einzelnen Regionen die Regierung bekommen, die sie sich wünschen und die ihnen auch kulturell entspricht, und dass sie nicht die Regierung zu akzeptieren haben, die sie aufgrund des kolonialen Erbes festgeschrieben ist. Mein Plädoyer ergeht hier klar für die Demokratisierung und Selbstbestimmung der Menschen und gegen repressive Fremdbestimmung oder Bevormundung, durch Regierungen, die die Bevölkerung nicht (mehr) mehrheitlich repräsentieren.

Selbst wenn sich Regionen wie Schottland oder Katalonien, oder andere im Sinne des Dominoeffektes innerhalb der EU, nach ihrer Abspaltung von den Staaten denen sie bisher seit langer Zeit in einer verhassten Zwangsehe verharrend angehörten, nicht zum Beitritt zur EU entscheiden sollten, darf das das Kalkül der EntscheidungsträgerInnen in der EU nicht weiter tangieren, wenn diese das Recht auf Selbstbestimmung der Mehrheitsbevölkerung ernst nehmen.

Es ist jedem dieser kulturellen Einheiten innerhalb von Staaten zuzugestehen, sich die Regierung zu erwählen, die sie wünschen. Es ist jedoch als wahrscheinlich anzusehen, dass ob der geographischen Lage dieser Regionen innerhalb des Europäischen Kontinents, diese kulturellen Einheiten, wenn sie schon nicht die EU-Mitgliedschaft anstreben, eine enge wirtschaftliche und kulturelle Kooperation mit den verbliebenen EU-Mitgliedstaaten eingehen. Also es handelt sich dabei in erster Linie um eine neue Grenzziehung innerhalb der EU oder um eine Kooperation wie im Falle der EU-EFTA-Kooperation mit der Schweiz und Norwegen.

Denn wenn es Nicht-EU-Mitglieder betrifft, scheint die EU weitaus weniger zimperlich zu sein, man denke hierbei nur an die Loslösung des Kosovo aus der Republik Serbien. Der Kosovo entstand erst durch durch massive Intervention der EU und der USA und kam damit zu seiner ihm zustehenden Selbstbestimmung. Ist all das doch nur ein Prozess der Nachjustierung der Selbstbestimmung der Völker, die sich unter fremder Herrschaft befinden, die in der Auflösung des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn in die jeweiligen Nachfolgestaaten und in der Entkolonialisierung der weltweit zahlreichen Gebiete von den Kolonialmächten als Tendenz ihren sichtbaren Anfang nahm? Die Trennung der Tschechoslovakei in die Tschechische Republik und in die Republik Slovakei Mitte der 1990er stellt dabei ein Role-Model für einen friedlichen und gelungenen Trennungsprozess zweier Ethnien und Sprachgruppen dar.

Analog dazu fordern eben auch andere in der EU befindliche Ethnien nach Selbstbestimmung, die ihnen natürlich in Form eines eigenen Staates zuzugestehen ist. Potentiell stehen noch zahlreiche Staatsgründungen und Loslösungen im Raum, die weit über die EU hinausreichen, man denke hierbei nur an die bis zu einem Drittel der Bevölkerung der Türkei stellenden Kurden, die auch in Syrien, im Irak und im Iran beheimatet, massiv auf die Gründung eines eigenen Staates drängen. Sind doch die Grenzziehungen vielerorts nur Spiegel alter und überholter Machtpolitik, die im Sinne der Selbstbestimmung der Völker heute nicht mehr aufrecht zu halten sind. Wenn man über die Grenzen der EU hinausblickt, gibt es analog dazu etwa Beispiele wie Tschetschenien, Transnistrien, Palästina, Tibet oder Kashmir,

Innerhalb Europas ist es zumindest durch die Bemühungen Österreichs gelungen für Südtirol, einen weitreichenden Autonomiestatus zu erreichen, nachdem es von Italien nach dem 1. Weltkrieg mit Hilfe der Siegermächte annektiert wurde. Somit ist im Falle von Südtirol heute kein Bedürfnis Südtirols nach einem eigenen Staat zu erwarten. Einen anderen Fall stellt der türkische Teil Zyperns dar, der in einer blutigen Abspaltung vom griechischen Zypern in den 1970ern unter der Patronanz der Türkei entstand und diese als Schutzmacht hat.

Eine derzeit brennende Frage ist auch der blutige ethnische Konflikt in der Ukraine, in wie weit man den mehrheitlich russischen Gebieten innerhalb der Ukraine im Sinne der Selbstbestimmung der Völker einen weitgehenden Autonomiestatus innerhalb der Ukraine zugestehen muss, wenn nicht sogar einen Anschluss an Russland. Um in seinem Anspruch auf die Unterstützung der Selbstbestimmung der russischen Bevölkerung in der Ukraine glaubwürdig zu sein und nicht zweierlei Maß anzulegen, bedürfte es für Wladimir Putin eines radikalen Kurswechsels in seiner Haltung gegenüber der Selbstbestimmung der tschetschenischen Bevölkerung im Nordkaukasus. Diese Selbstbestimmung verweigert Putin den Tschetschenen mit massiver Gewalt, während er mit gewaltsamen Methoden die ethnische Selbstbestimmung für die russische Bevölkerung in der Ukraine durchzusetzen versucht, geleitet von der starken Erwartung dadurch eine neue russische Landbrücke hin zur Krim für Russland zu erhalten, da Putin eine in Bau befindliche fragile Brücke über das Asowsche Meer als Verbindung von Russland zur Krim nicht ausreicht. Die gewaltsame Landnahme der Gebiete mit beträchtlichem russischen Bevölkerungsanteil wurde durch Putin auf dem Staatsgebiet Georgiens bereits 2008 abgeschlossen und von Russland annektiert. In jedem Fall ist eine gewaltsame Intervention von Außen abzulehnen, da sie Referenden vermissen lassen.

Ergo ist darauf hinzuweisen, dass jede in einem Staat eingebundene Völkergemeinschaft ein spezieller Sonderfall ist, der zwar nach heutiger weit verbreiteter Auffassung das Grundprinzip der Selbstbestimmung der Völker mit anderen Staaten teilt, jedoch in seiner Ausprägung einen unterschiedlichen prozessualen Stand der angestrebten Lösung hinzu weit gehender Autonomie, eigener Staatengründung oder Anschluss an das jeweils benachbarte Land darstellt.

Denn nur aus dieser Entfesselung der Menschen aus einer ungewollten Gemeinschaft ergeben sich aus der freiwerdenden zuvor gebundenen Energie, neue Potentiale für Dynamiken in Wirtschaft und kultureller Entwicklung für das jeweilige Land. Und es entsteht daraus eine notwendige politische kollektive Entspannung, die der Region für wirtschaftliche Entwicklung zugute kommt. Diese Entspannungsprozesse sind bottom-up und verhalten sich anders als top-down Prozesse politischer EntscheidungsträgerInnen, die über Jahrzehnte vergebens versuchen top-down kontrolliert althergebrachte Machtverhältnisse künstlich aufrechtzuerhalten. Hier wäre es von den politischen EntscheidungsträgerInnen angebracht auf bottom-up Prozesse kultureller Identitätsfindung zu achten und diese zu unterstützen sowie die darauf aufbauende Selbstbestimmung sowie Leidenschaft für Politik zu respektieren, auch wenn es dadurch zu neuer Grenzziehung kommen sollte. Die aus diesem Spannungsabbau freiwerdende Energie kommt letztlich wiederum allen Menschen zu Gute.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Leiter des Institut für Systemisches Stressmanagement

Freitag, 11. Juli 2014

On FIFA World Cup 2014 and the pope as the team's 12th player

From a systemic point of view it's interesting who will win the FIFA World Cup 2014. Will Messi mess it up? Or will Lahm unlike his name's meaning (lame) be fast enough. Will Jogi Löw has the right techniques as Germany's most influential Yogi at the moment? Whoever will win the FIFA World Cup 2014 - whether Argentina or Germany - either way the pope will win. Either the Argentinian-born current pope Francis or the German-born former pope Benedict XVI. We have to face that in the century-long history of popes we never had a period where there were two popes living at the same time, except for now. Besides the schisms now for the first time in history we are in this peculiar situation with two regularly elected recognized popes living at the same time: the current acting pope Francis and his retired predecessor Benedict XVI acting systemically through his presence from the shadows of the gardens of Castel Gandolfo close to Rome. Will the pope in charge with the pope's egregore support the Argentinian team more than the retired pope the German team? So from a certain point of view it's not just a battle of rivaling nations what we will experience soon in this final game on Sunday, but also a battle of the popes. One way or another the pope will win the game. Economically speaking we are observing on the one hand that the Argentinian economy is actually on the brink of default or at least in very deep trouble and on the other hand Germany's economy is doing remarkably well. So from a broader systemic meta-perspective, economy-wise Germany is supposed to win not just the race for world's best running economy but also for the World Cup 2014. On the other hand it's not to underestimate what the power of the metaphysical and religios backing of a current Argentinian pope residing in the Vatican means for the spirit of the Argentinian players in the final game. We will see it on Sunday how it will work out and if either a strong economy or a mighty religios backing will have won in the end...the result of the complexity of the systemic interaction of energy fields is hard to predict. From my analytical point of view Argentina is more likely to win. But as among others Marc Twain is reported: A prediction is very difficult, especially about the future.

Global Philosopher and Geopolitical Systemic Analyst
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Donnerstag, 15. Mai 2014

Democratization is contagious

Democratization as process is not containable, but very contagious. Even though the many old-school leaders ruling their countries in the old corrupt style won't be happy to hear that, but their times are over and their days are counted. They used to rule their people with hegemony in a brutal and authoritarian way all these years based on violence and intimitation, but now their rule is over and new ways of governing based on participation and cooperation are establishing at the moment in many parts of the world. This may come via turbulent years of reorganisation in many countries who were used to endure their authoritarian regimes but now the people ask for more. They demand real democracies and protection of human rights and to live freely and prosper. 
In my systemic estimation it's no accident that the focus on the Southern hemisphere via the FIFA world championship in 2010 in South Africa and now the one in Brazil in 2014 are beneficial for the world integration processes. This goes along with the balancing of powers coming from a one-sided dominance of the Northern hemisphere and it's structures. So when the world attention is concentrated via media on the Southern hemisphere it boosts integration and balancing processes in the world. After social unrests in Vietnam and Thailand, for Asia I expect further contagion in China, Malaysia, Cambodia, Brunei.
For the Middle East I foresee further uprising in Syria, Iran, Lebanon, and the Gulf States and in the long run in Saudi Arabia.
For greater Europe I expect that in the expansion of the crisis in Ukraine, the situation in Turkey located right in the systemic contagious (group)dynamic of being between Syria and Ukraine and their civil wars will deteriate and the Erdogan regime will fall in the coming months. And even though it might not be visible to everone by now, also Belarus and Russia will further resonate on the geopolitical change and happenings at their doorsteps in Ukraine and in a broader sense Turkey and Syria.
For Africa further unrest and revolution potential I see in Nigeria, Cameroon, Morocco and in particular in Algeria, which could survive the first round of the Arab spring.
For South America in Venezuela further democratization processes are to be expected, as well as in Brazil in particular. And for Europe in the closer sense and North America as well as Australia, New Zealand the processes of democratization are happening via certain scandals over which the mighty fall.

Global Professional Philosopher
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Donnerstag, 20. Februar 2014

Wien und The New Nice. Über die neue Freundlichkeit. Kulturphilosophische Beobachtung eines Neuwieners

Wien ist ein wunderbarer Ort für Sozialstudien, denn es ist ein sozialer Ort! Natürlich bestätigen Ausnahmen immer die Regel und es wird auch der Erfahrung mancher gebürtiger Wiener, die vom mürrisch-grantelnden 'goldenen Wiener Herzen' eines Hans Moser ein Lied singen können, trotzen. Doch das, was ich als weitgereister Weltenbummler tagtäglich erlebe, ist in Sachen entspannten zivilisierten Umgangs miteinander die reinste Wohltat, im  Gegensatz zu zahlreichen mir bekannten größeren Städten (ab 100.000 Einwohnern) in der Welt. Hier in Wien nimmt man auf einander Rücksicht und gibt auf einander Acht. Am laufenden Band bemerke ich etwa in den öffentlichen Verkehrsmitteln, dass einander Platz gemacht wird, was auch impliziert, dass nur allzu gern der eigene Sitz jemandem anderen überlassen wird, gerade jungen Müttern oder älteren Menschen. Es wird alles daran gesetzt auch wirklich hilfsbereit zu sein und dafür zu sorgen, dass sich in dieser Stadt des umsichtigen Mitgefühls auch wirklich jeder wohlfühlt. Hier sind die Menschen darum bemüht, einander zu helfen. Hier wird einander die Tür aufgehalten, nicht nur Männer Frauen, sondern eben auch Frauen Männern, also jeder jedem. Hier wird engagiert jemandem nachgerannt, der gerade etwas vergessen bzw. liegengelassen hat, und hier wird  maximal 2 Sekunden nachdem jemandem auf der Straße etwas aus der Jackentasche gefallen ist, dieser darauf aufmerksam gemacht, dass er gerade etwas verloren hat. Und das funktioniert auch bei schönen Sachen von Wert, wie Schmuck, Mützen und sogar Münzen. Auch fällt mir immer wieder auf, dass der Bus oder die Bim für jemanden aufgehalten wird, der noch 100 Meter vom Bus oder der Bim entfernt ist aber alle Anstalten macht, dieses öffentliche Verkehrsmittel noch zu erreichen. So wird von Fahrgästen aber auch bereits ausgestiegenen und schon einige Meter entfernten Fahrgästen, alles versucht, die Türen so lange offenzuhalten, sodass dieser Herbeilaufende dann noch den Bus bzw. die Bim erreicht. Fahrpläne sind schließlich für die Menschen da und nicht umgekehrt. Hier wird gerne für das ins Boot Holen des Einzelnen, das Verkehrsmittel für 30 Sekunden aufgehalten. Das Diktat der Zeit und der sklavisch einzuhaltenden Ordnung ist hier in Wien zum Glück nicht gegeben. Denn hier zählt anders als noch in vielen anderen Orten Österreichs, der Schweiz und gerade Deutschlands der Mensch und nicht das Prinzip! In Wien ist der Mensch wichtiger als die Regel!
Oder ein weiterer Fall von zahlreichen dieser "New Nice"-Strömung in Wien: neulich, als nach Mitternacht junge party people nicht rechtzeitig zum Nachtbus, der nur alle halben Stunden fährt, gelangten, und diesem etwa 100 Meter nachliefen, blieb der Busfahrer, sobald er sie bemerkte, 200 Meter nach der Einstiegsstelle mit seinem Bus nochmals stehen und wartete bis die Jugendlichen ihn erreichten und einstiegen. Auch in der U-Bahn wird für Wildfremde die U-Bahn-Tür länger aufgehalten bzw. von fremden Fahrgästen der Halteknopf nochmals betätigt, sodass Heraneilende den Wagon noch erreichen und betreten können. Nicht so in Berlin oder Breslau (Wrozslaw), wo die Busfahrer und Passagiere Freude daran haben, dem Herbeieilenden zu signalisieren, auf ihn zu warten, um dann ganz bewußt, voller Schadenfreude dem hoffnungsfroh Abgehetzten die Tür vor der Nase zuzuknallen. All dies Soziale und Fürsorgliche wird anderswo als Zeichen der Schwäche verstanden und gesehen und daher unterlassen. Doch in Wien ist man proaktiv freundlich und nett. Mir ist dazu keine Langzeitstudie bekannt, die untersuchte, ob es in Wien nicht immer schon so zuging. Sicherlich ist dieses herzliche, rücksichtsvolle und besonders umsichtige Verhalten der Wiener miteinander Ausdruck des globalen Trends 'The New Nice' und wenn es schon immer so sozial in Wien zuging, dann eben des 'Viennese Nice'.
Und wundern Sie sich nicht, wenn ein zusteigender älterer Herr die anderen Fahrgäste im Bus mit einem entspannt freundlichen "Guten Morgen" begrüßt, denn dann sind sie in Wien. Wenn Sie diesen herzlichen Umgang miteinander nicht aushalten können, ist es wohl besser Sie fahren nach Berlin, denn dort wird Ihnen dergleichen höchstwahrscheinlich nicht zustoßen. Oder gibt's in Sachen "New Nice" für Berlin schon einen Silberstreif am Horizont? Bitte mich dazu über jedes Anzeichen von Hoffnung zu informieren den besonders Berlin hätte "New Nice" dringend nötig.
Systemischer Analyst,
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Dienstag, 10. Dezember 2013

Berlin...der Raubtierkäfig, die Stadt ohne Herz

Berlin ist einfach klasse für junge Leute, so sagt man. Die Stadt sprüht vor Multi-Kulti, Liberalität und Vielfalt. Auch die günstigen Lebenshaltungskosten, angeführt von den für viele leistbaren Mieten, machen die Millionenmetropole mit ihren 3.5 Millionen Menschen attraktiv.

Doch all das ist nur die Sonnenseite. Die andere Seite wird von den Berlinern gerne unter den Tisch fallen gelassen:
Berlin, so wie ich es jedes Mal aufs Neue kennenlerne, ist auch eine Stadt, die einem Raubtierkäfig gleicht voller Glücksritter wie einst im Wilden Westen. Mit dem Raubtierkäfig von innen macht man Bekanntschaft über den rauen Umgang ihrer Bewohner miteinaner und die vielen Borderline-Charaktere auf den Straßen, für die ihre Emotionen gewaltsam eruptiv schießen zu lassen das Normalste auf der Welt zu sein scheint. Für Arme deshalb, weil diese City chronisch pleite ist und nur durch milde Gaben (oder auch Finanzausgleich genannt) aus dem reichen Süden Deutschlands künstlich am Leben gehalten wird. 

Diese Kapitale macht aus ihrer blanken Not eine Tugend und verkauft den Umstand ihrer Zahlungsunfähigkeit allen selbstbewusst als Qualität über ihren legendären Wahlspruch ihres Bürgermeisters: Berlin ist wahrlich arm aber sexy...jedenfalls wenn man ihr heruntergekommenes Flair, an dem besonders noch heruntergekommenere Künstler Gefallen finden, sexy findet. Armut war noch nie sexy. Es ist eher die in dieser Stadt omnipresent spürbare Aura der Verzweiflung der vielen Überlebens-Künstler, die einst und ständig nach Berlin ström(t)en um ihr Glück zu finden doch zumeist  ihre Hoffnungen in Berlins karger Erde begraben müssen/mussten. Fakt ist, dass in Berlin ein klaffendes Ungleichgewicht zwischen der verschwindend kleinen Gruppe der 'have' und den schier endlosen Massen der 'not-have', die zumeist in der Kreativbranche tätig sind. Anders ausgedrückt gibt es in Berlin zu viele Künstler und Kreative auf nur wenige potentielle finanzkräftige Käufer.

Vielleicht ist es die Anziehung aller Wehrdienstflüchtlinge, Gesetzlosen und Aussteiger aus den übrigen Regionen Deutschlands oder der Umstand, dass Ost-Berlin fast ein halbes Jahrhundert kommunistisch geprägt wurde und West-Berlin vom atheistischen Kommunismus der DDR eingekesselt war oder auch die Tatsache, dass Berlin die Hauptstadt der Verkörperung des Bösen (Drittes Reich) war, was in dieser speziellen Melange Berlinern seither gemeinhin Höflichkeit als Spießigkeit und Rücksichtnahme als Zeitverschwendung erscheinen lässt.

Diese Faktoren machen Berlin aus meiner Sicht zu einer Stadt ohne Herz, oder anders gesagt, zu einer Stadt, in der progressiv um jeden Preis alles erlaubt ist, Individualismus zum gnadenlosen Egoismus übersteigert wird und rücksichtslose Jugendkultur zur einzigen Kultur erkoren wird, worin der Stärkere den Schwächeren frisst und sich ihre Bewohner mit einem herzlosen Umgang miteinander arrangiert haben, deren höchstes Gut die individuelle Freiheit der Marke 'die Sau rauszulassen' zu sein scheint. An diesem Grundtenor des Asozialen, der Rauheit, Grobheit und Brutalität Berlins bzw. der sozialen Inkompetenz im Land des Mutterwitzes können auch die zumeist einem Moralkodex verpflichteten Deutschtürken der Stadt oder linke Kommunen, zu denen man nur als vegane Frau wirklich zugelassen und ansonsten nur herablassend geduldet wird, nicht viel ändern oder gar ausgleichen.

Ergo, wenn Sie nach Berlin kommen, ziehen Sie sich warm an, denn nicht nur der Berliner Winter ist brutal...

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Philosoph und systemischer Analyst

Freitag, 29. November 2013

Arab Spring, a symptom of the West loosing dominance over the rest of the world

Given that the whole Middle Eastern region was scattered for decades and in control by despots funded and supported by foreign powers in colonial tradition, in charge to stabilize the whole region for this foreign interest groups, organizing the exploitation and abduction of the vast natural resources in the Middle East to various countries in other parts of the world, the Middle Eastern countries were never really sovereign to put it mildly.

From a systemic socioeconomic point of view the Arab Spring just could rise like the phoenix from the ashes and spread throughout the entire region, because the West and the industrial developed countries in general were massively weakened through the still ongoing recent economic crisis beginning in 2007.

So due to the fact that the world's big economic powers such as the USA, Canada, EU, Japan, Australia, China, etc. and their political decision makers, and so the focus of the world leaders, were distracted by their severe internal/domestic problems which they had to solve in getting in control over their internal structural malfunctions. Without the still ongoing economic crisis from 2007 there would not have been an Arab Spring in my point of view.

So all of the fallen middle eastern dictators (in Tunisia, Libya, Egypt and soon Syria) being just proxy governors for foreign powers over decades, who were brought down through the Arab Spring, would be still in charge and rule with an iron fist over their people if the influential foreign powers would not have stumbled over their homemade internal structural problems based on individual and corporate greed and the political elite lacking to balance the wealth to all parts of their societies. Due to this failure of the political elite of the economical developed countries within their own countries they lost the ability to control the Middle East despite their levers of historical grounded and economical and militarily backed structural violence.

Along with that socioeconomic analysis goes, that the Arab Spring is not just endemic or limited to the Middle Eastern countries in the closer sense but the Arab Soring is on the contrary an political export model spreading out over the entire region since its started in 2011 to all of the countries where Muslims worldwide, even to countries or regions where Muslims are just minorities.

So from my perspective it is most likely that the global media and the world attention will get drawn onto not just the Maghreb region and Middle Eastern region in a closer sense for sociopolitical change, where we already can observe this development of sociopolitical turmoil, but the Arab Spring will also spread out and hit and contage the Muslim populations and in the northern parts of Sub-Saharan Africa, Western and Central Africa such as Norther Nigeria, Senegal, Guinea, Burkina Faso, Ivory Coast, Cameroon etc. respectively. The conflicts in Mali and the Central African Republic are just harbingers for this sociopolitical flashover effect.

It is also most likely that the Arab Spring movement will spread out to Bangladesh, Myanmar, Pakistan, India, China, Malaysia, Thailand, and Indonesia. In every of this countries it will show with different symptoms but it all will have the signature of Muslims getting confident and reaching for power and self-control and sovereignty. In some of this countries such as China with the two recent attacks, traced back to the Uyghur freedom movement in Xinjiang, it already has begun.

All this developments in recent history are systemic movements of sociopolitical change that could very soon lead to an more and more strengthening self-confidence of the Muslims all over the world....an development which is in the making as we read and write.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann 
Global Philosopher and Socioeconomic Analyst

Samstag, 5. Oktober 2013

sea level rising...it needs action now before it's too late

Imagine a world which is affected by risen sea level. The following map shows you which areas in the world are the hardest hit by an ongoing rising sea level. Reckless companies and business man just have interests in making profits and don't care wheather their actions have systemic effects on the environment and the less privileged on this planet. So let's take a stand against reckless corporate behavior, so the flooding of large parts of the most populated areas of the world is not becoming a reality in the near future. In the following map you can make it visible that even just a few meters are making a huge difference in the shape of our coast lines as we know them today.
To see if your region is affected in the first place, go to: http://flood.firetree.net/

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Global Philosopher


Montag, 2. September 2013

Best to invest in...real growth rate

When it comes to real growth rate, the picture is a complete different one. In the following countries you can expect fast growth in a not yet stable environment, especially when it comes to democratization standards. The list of countries with high growth rates is long but I just point out the top 6: Qatar, Mongolia, Turkmenistan, Ghana, Panama, East Timor. The advantage of the following three is their official language: Ghana (English), Panama (Spanish) and East Timor (Portuguese). For the Western investor that marks a crucial advantage over the other countries.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Global Philosopher

For an extended list of the countries click on graph. A differentiated map is also to be found at the end of the list. 


GDP - real growth rate - Ranking

Best to invest in...purchasing power parity

According to this graph-ranking, which implicates the GDP purchasing power parity, the following countries are best to invest in when it comes to stable growth.
Here you can easily see that the USA is still ahead of China followed by India, Japan, Germany, Russia just to point out the top 6. Regarding to working language the Western investor has a clear advantage in the United States and India due to English as the official/working language of these countries.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Global Philosopher
For an extended list of the countries click on the source-link. A differentiated map is also shown at the end of the list.


Sonntag, 11. August 2013

Showdown around Snowdon

The recent developments have shown that one man (Edward Snowdon) can cause a new "ice age" between the USA and the Russian Federation, just because of the fact that he gets temporary asylum in Russia. That marks a turning point in the relations between these two countries which were not even best friends before the Snowdon-incident occurred. It becomes obvious how different these two countries are and how much they are still in rivalry. The economical bonds between Russia and the USA will not be in peril through that but the "Showdown around Snowdon" signalize more a political and diplomatic issue. Of course in the long run an economical negative outcome can derive from this tense situation but albeit this fact, the USA and Russia are to dependent on each other economy-wise and need each other as a sales market for their resources and products. And none of these two countries wants to deepen the economic crisis which hold the world still in its grip. Russia still relies strongly on its only real resource, it's vast amount of natural resources, and the USA will further try to make the world belief that its image of the land of the free and of boundless opportunity is still real and active.
So for the months to come I don't foresee any stark changes in policy for the economies of these two countries who are so dependent on the thrive of their economies, not to loose ground on the battlefield of global markets, its players and dynamics.

© by Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Global Philosopher

Freitag, 2. August 2013

Vienna, the Most Liveable City in the World

Vienna is the most liveable city in the world, according to the Mercer study which is published every year. For the last years, Vienna holds this top rank. Whoever comes to Vienna for work or for leisure, will soon realize (that means see and feel) that Vienna is holding this rank for some reason. The public safety is high, as well as the cleansiness, and quality of water, which comes directly from the center of the Austrian alps thanks to the realization of an ambitious aqueduct-project built in the 19th century to provide fresh alpine water to the citizens of Vienna. You have green rolling hills beginning on the outskirts of the city center.

And most of all it is a very good spot to do business and for making money. Vienna is located in Central Europe on the the cross-roads between East and West, North and South in Europe. The infrastructure level in Vienna is top-notch and you can set up a business much more easilier than in Germany. Therefore many German companies have moved to Austria to avoid the burecratic hussles in Germany.

So if you want to combine a very safe, clean and economically properous and stable business environment with an international and high end 'arts & culture feel' then move with your company to Vienna or invest in this beautiful city or just experience this jewel with your spouse or fiancée. Just as Billy Joel has put it in his famous song: 'Vienna waits for you'...

© by Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Global Philosopher


Mittwoch, 26. Juni 2013

About Doing Business in Berlin and its Mentality

Having had the opportunity to do business in Berlin many times, from a psychogeographical standpoint I observed different phenomenological qualities existing in Berlin. On the one hand Berlin, as the biggest city in the German speaking countries (Germany, Austria, Switzerland, Liechtenstein, Luxembourg), is an eclectic and multicultural metropolis with many different aspects, but on the other hand as a feeling person I experienced not just the big intellectual sphere which is cultivated in Berlin over centuries but also a huge amount of strong erruptive emotions coming from its people, in terms of rudness and harshness and an explosive way of expressing emotions to each other.


That led me to the conclusion that in Berlin there is a huge open space for different ideas, discussions and debates, making it a great place for open minds and creative people wnating to have as least mental limits as possible, but this huge open intellectual space deriving from being the prefered metropolis of German emperors aside Vienna as the Austrian emperor metropolis, Berlin is filled with one of the most raw, blunt, brute and reckless behaviour by its residents I have ever experienced. In this Berliner mentality politness, respectfulness and thoughtfulness as well as niceness seem to seen by the Berliner as uptightness, limitation to the strongest form of individualization I have ever experienced.

When it comes to the economical situation in Berlin the city's official motto 'arm aber sexy' ('poor but sexy') promoted by its mayor Klaus Wowereit has a certain kind of influence on its people respectively shows how the decades of communicsm influenced the mentality. Every time when I had to do in Berlin I experienced a peculiar trait existing in the mentalities of many Berliner. Within the city of Berlin I always sensed a cultivalted resentment against money, capital and ambition from its selfconfident residents used to be part/surrounded by communicst values. So I always found this resentment to be contraproductive when doing business in Berlin.

In my point of view Berlin is compareble with New York City in many ways especially when it comes to the intellectual sphere and the degree of individualization, but Berlin is a more Russian and - due to its close border to Poland - Polish kind of NYC with a more harsh wind blowing into the face of its residents when people of Berlin get together than in other cities in the German speaking countries.

Therefore sensitive and polite souls will probably feel strange in Berlin facing this typical Berliner mentality. By the way I have met several nice, friendly, polite and hearty Berliner but as a matter of fact all of them where coming from somewhere else but not originally from Berlin just trying to get along with the harsh, rude and almost aggressive Siberian wind 'cultivated' in Berlin.

© by Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Global Philosopher

On Self-Organization and Social Unrest

My assessment is that the long tradition of violence and intimidation against the own people through regimes of several dictatorships around the world, is not prevailing anymore, because from a self-organizational point of view a critical mass of people in the developing countries received education throughout the times of thriving economies and therefore invested in their minds to reached a certain level of evolution of their individual consciousness as well as their collective consciousness as a society, now demanding more as their oppressive regimes are willing to give them. Therefore the people are not willing anymore to obey blindly and feel intimidated by their oppressive regimes. So from an psychological standpoint they are not willing anymore to back the 'ego-games' or projects only flattering and bolstering the egos of their dictators or so-called presidents. Instead the critical mass of now awakened/awakening people, who invested in their education through the last decades, more and more prefer to stay in selfreference and not being oppressively governed in constant alloreference as they were used to be.

Belarus is Europe's Last Dictatorship

There are many pseudo-democracies in the world, but Belarus is definitely Europe's last dictatorship proper. Or have you observed any signs of civil society coming from Belarus recently? So far as I observed the case of Belarus, its 'president' Lukashenko rules 'his' country more and more authoritarian since he came to power in 1994. When putting Belarus into the spotlight, it becomes obvious, that in Belarus as Europe's last rock-bottom autocracy in the backyard of Russia, the Lukashenko led regime just could afford to trample on the human rights of its people, and with that holding back the development of Belarus into a 'open society' (as Karl Popper in 'The Open Society and its Enemies' has pointed out), because of its good relations with its big brother and protector Russia as well as Belarus' natural resources and its location as a transit country for Russian oil and gas to Europe.


Samstag, 22. Juni 2013

Turkey as Europe's Emerging Market

Turkey is THE emerging market at Europe's gate to Asia. Even though Turkey is not the only emerging market in Europe, keeping in mind the emerging markets within the EU such as Poland (with its 38.383 million people according to the CIA factbook), Turkey with its 80.694 million people (according to the CIA factbook) is definitely the biggest market per capita. That makes Turkey Europe's largest emerging market. The recent uprising in the Turkish society (May-June 2013), lead by many Turks who not only want to have economic development but also personal freedoms and a democratic society to live in, I see systemically interlinked with Brazil, with its 201.009 million people (according to the CIA factbook) another important emerging market.

Freitag, 21. Juni 2013

Now Vienna surpassed Hamburg by 51.000 inhabitants!

The results of the German Census 2011 has been published on May 31th 2013 and represents the feeling of many people that Vienna (with its 1.757.353 inhabitants according to "Statistik Austria") is the second largest metropolis in the German speaking countries (Germany, Austria, Switzerland, Liechtenstein, Luxembourg), right after Berlin (with its 3.292.365 citizens, according to the newspaper "Berliner Morgenpost"). 

This makes Hamburg (with its 1.706.696 people according to the newspaper "Welt") the 3rd largest city in the German speaking countries and Munich the 4rd largest city (with its 1.443.112 inhabitants according to Munich City Officials). Cologne (with its 1.005.775 citizens according to the newspaper "Express") ranks 5th slightly above the one-million mark.

The 5 cities in the German speaking countries with more than a million citizens are as follows: 
  1. Berlin: __________   3.292 millions
  2. Vienna/Wien: _____  1.757 millions